DISRUPTIVE BUSINESS - MODE IM SILICON VALLEY

Gastkommentar von unserem Geschäftsführer und Eigentümer Florian Schnitzhofer für das IT-Cluster:

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Mir gefällt die Art und Weise, wie Amerikaner neue Ideen aufnehmen und diese verwirklichen. Zwei aktuelle Trends haben mich auf meinem Trip ins Silicon Valley besonders beeindruckt.

  • Das Verdrängen von etablierten Geschäftsmodellen durch revolutionäre alternative Modelle ("Disruptive Business")
  • Denken in globalen Absatzmärkten

Ich etabliere mich zurzeit mit meiner Firma ReqPOOL am US-amerikanischen Markt im Software Delivery Marketplace für Software-Beschaffung. Ein Grund mehr, ins Silicon Valley zu reisen und die US-Startup Szene unter die Lupe zu nehmen. Gesagt, getan: Am 27. Dezember 2014 ging die Reise los. Die Stimmung im Silicon Valley begeisterte mich sofort. Es herrscht geballte Internationalität, Menschen jeglicher Kulturen arbeiten auf engstem Raum miteinander und tüfteln an ihren Innovationen. Die Gehälter sind, ganz klar, astronomisch hoch. Ein gut ausgebildeter Programmierer kann hier schnell über 100.000 USD Jahresgehalt verdienen. Ein Verkäufer für Software-Produkte erhält nicht selten bis zu einer halben Millionen USD Jahreseinkommen.

Wie kann es sein, dass im Silicon Valley Startups nach nur drei Jahren Lebensgeschichte zu globalen Marktführern heranwachsen?

  • Ist es das uneingeschränkt vorhandene Venture-Capital? - Sicher
  • Ist es, weil die globalen High-Performer hierhin kommen, um sich zu beweisen? - Sicher
  • Ist es, weil gesetzliche Regulatoren mehr Platz für neue Ideen lassen? - Sicher
  • Ist es die risikoaffine – beinahe naive Art – an Problemstellungen heranzugehen? - Ich denke ja 

Ich sehe im Hinblick auf unsere österreichische Kultur ganz klar einen Unterschied: Der Drang nach weltweiter Marktführerschaft ist bei den US-Amerikanern viel stärker ausgeprägt. Softwareprodukte aus dem Silicon Valley sind nicht nur für den amerikanischen Markt gedacht. Die Produkte werden von Anfang an mit dem Hintergedanken entwickelt, den globalen Markt zu überschwemmen. Dadurch erklären sich auch die hohen Investitionsbeträge – die Dominanz am globalen Markt ist teuer, bringt aber auch entsprechend viel Profit.

Besonders hat mir das Prinzip des "Disruptive Business" gefallen. Alle etablierten Geschäftsmodelle stehen derzeit im Silicon Valley auf dem Prüfstand. Produkte wie Uber (Moving People), Netflix (Serien und Filme überall und jederzeit ansehen), Airbnb (Willkommen zu Hause) und Google Express (ich bestelle online und die Produkte werden automatisiert geliefert) sind hier nur der Anfang. Es rücken die Bedürfnisse der User in den Mittelpunkt und sie zahlen nur noch die tatsächlichen Kosten der eigentlichen Dienstleistung. Ungenutzte Ressourcen, Administration oder die komplizierte Bedienung werden verschwinden und die Preise für die Produkte werden weiter sinken. Dies alles wird durch den globalen, einheitlichen Markt und das Internet möglich.

Viele Entrepreneure, gerade in Österreich, müssen lernen in größeren Dimensionen zu denken. Die Österreicher stehen den Amerikanern um nichts nach, wenn es um innovative Ideen und professionelle Umsetzung von Projekten geht. Lasst uns lieber wieder von Großem träumen und in globalen Absatzmärkten denken, auch wir mussten uns da umstellen! 

Garantiert werden wir in Österreich damit erfolgreich sein!