Quo vadis? - Entscheidungsparameter zum parallelen Einsatz von SAP SRM und ARIBA Cloud-Lösungen

Seit der SAP Akquisition der ARIBA stellen sich IT-Leiter die Frage nach der Relevanz für die eigene Systemlandschaft und deren Weiterentwicklung im Beschaffungsumfeld. Wenn die Walldorfer Behörde sich mit Drittprodukten im systemgestützten Einkauf wie ARIBA, Fieldglass und SuccessFactors aufrüstet (natürlich alle Cloud-basiert und damit der Weg der strategischen Entwicklung unzweideutig), muss das doch irgendwie in meiner strategischen Planung Berücksichtigung finden! Ist meine SAP-SRM Installation ein Artefakt oder habe ich eine falsche Entscheidung getroffen, weil ich nicht auf der Höhe der Zeit war?

Hier kommt insbesondere die Frage des Timings ins Spiel. Fürchte ich um die existierende SRM Installation, befinde ich mich rund um die Implementierung oder war eine Einführung in den kommenden 2 Jahren in der strategischen Planung!

Zu der Frage nach dem Abdeckungsgrad wünschenswerter Funktionen gesellt sich die Frage nach der Lebenserwartung von on-premise Lösungen. Entsprechende Diskussionen in Kunden- oder Beraterrunden führen üblicherweise in die Aufzählung der jeweiligen Pro´s und Con´s. Dabei überrascht häufig, dass bei der teilweise enthusiastisch vertretenden jeweiligen Meinung der IT-Kollegen nicht wirklich der Bereich der Kernbeschaffung, und damit des Bereichs des größten Anteils am Einkaufserfolg, zum Tragen zu kommen scheint.

Kollegen aus Dienstleistungsunternehmen argumentieren, als beschäftige sich der strategische Einkauf a priori mit der Lieferantenfindung zu Bauteilen, und Unternehmen mit hohem Fertigungsanteil machen die Beschaffung von unterstützenden Dienstleistungen außerhalb des Kerngeschäfts zur bestimmenden Frage.

Konsens lässt sich wiederherstellen, indem man eine gewichtete Matrix der on-premise/Cloud-Lösung mit der Bewertung des eigenen Kerngeschäfts verbindet und dieses Ergebnis mit dem Reifegrad der eigenen Systemlandschaft koppelt.

Welche Bedeutung hat Kontrolle?

Hier ist zu bewerten, wie hochintegriert meine Systemlandschaft ist und eine adhoc oder Releaseplanung von Bedeutung oder gar zwingend notwendig ist. Spielen laufende Unternehmensprogramme zur Steigerung der Usability eine Rolle? Hier ist die on-premise-Lösung offensichtlich von Vorteil, da man in der Cloud die Lösung nutzt, wie sie zur Verfügung steht (Ein „Friss oder Stirb“ wird in verwöhnten Fachbereichen mit hohen Individualisierungsgraden nicht gut ankommen).

Welche Bedeutung haben die Kosten 1?

Kosten sind bei einer seriösen Betrachtung nie zu ignorieren. Im Kostenblock 1 finden sich der Stellenwert der Hardwarekosten und die unbedingt zu berücksichtigenden Ausgaben für deren Betreuung/Administration. Auch hier reicht die Bandbreite in der Wahrnehmung von „Frisst uns auf“ bis zu „kostet doch heute nichts mehr“. Hier hat die Cloud sicher einen Vorteil, aber ganz ohne Server und IT-Infrastruktur geht es eben doch nicht.

Welche Bedeutung habe die Kosten 2?

Das im SRM üblicherweise angetroffene Modell ist die Lizenzierung der aktiven Anwender (oder jeder Variante, die der Softwarevertriebler beim Kunden durchsetzen konnte). Im Gegensatz dazu stehen die Gebühren für die Anzahl von Transaktionen und des Beschaffungsvolumens. Hier stellt sich also eine Rechenaufgabe mit einem Blick in die Zukunft, ob absehbare Umstände die Zahlen in die eine oder andere Richtung verändern werden.

Welche Bedeutung haben kundenindividuelle Anpassungen und wie wechselhaft sind die Prozessanforderungen?

Hat das Unternehmen eine harte Standardimplementierung laufen, oder wurde viel in Individualisierungen investiert? Das Entwicklungs-Know-how dafür ist schon länger kein knappes Gut mehr. Dazu sollte man auch einen Rückblick halten, wie intensiv man auf die Enhancement Packages gewartet hat um zusätzlich technische Möglichkeiten/Features oder Integrationen für das SRM zu bekommen. Natürlich entwickeln sich auch die Cloud-Anwendungen. Man stellt change requests und mit etwas Glück war man nicht der erste Kunde mit der Idee. Dann heißt es abwarten.

Welche strategischen Gründe hatte ich für die Wahl eines speziellen SRM Deployments?

In der ARIBA Umwelt ist die Wahlfreiheit im Gegensatz zu den SRM Möglichkeiten des Add-ons, Classic oder extended Scenarios nur im übertragenen Sinne in Form einer Funktionsauswahl möglich. Beispielsweise Varianten der Nachrichtenübertragungen und späteres Hosting der Katalogumwelt.

Wie ist meine Infrastruktur aufgestellt?

Für eine reibungslose Integration an das ARIBA ist eine SAP PI immer noch von Vorteil. Viele Anwender haben aber aus guten Gründen auf die Implementierung dieser Middleware verzichtet. Bin ich bereit und in der Lage weitere Infrastrukturmaßnahmen durchzuführen?

Wo liegen die Bereiche mit hohem Spend im meinem Beschaffungsumfeld?

Last but not least stellt sich die Frage nach dem tatsächlichen Beschaffungsumfeld meines Unternehmens. Beschränkt es sich auf C-Materialien, direkte Materialien oder stellen professionelle Dienstleistungen den eigentlichen Hebel meiner Beschaffung dar?

Bei der Fragestellung, ob eine Umstellung auf ARIBA vollständig, als Hybridlösung (wachsender Anteil mir SRM und ARIBA Komponenten) oder lieber gar nicht angeraten ist, wird die Bedeutung einer sauberen Analyse mehr als deutlich.

Die innovation concept hat mit dem Merger der ARIBA durch die SAP die jahrelangen Erfahrungen der jeweiligen Beschaffungsapplikationen in eine gewichtete Bewertungsmatrix zur Analyse der Fragestellung zusammengefügt. Diese Matrix wird ständig aktualisiert um die Entwicklungen direkt in das Handwerkszeug einfließen zu lassen. In Workshops und Datenanalysen werden Parameter gefüllt um von einer Bauchentscheidung zu einer validen Entscheidung zu gelangen.